am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Ruth Barnett: „Nationalität: Staatenlos“ - Wolfgang Benz im Gespräch mit Markus Roth

16.02.2017

23. Februar 2017

Am 23. Februar findet im Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin, eine Veranstaltung zu Ruth Barnetts „Nationalität: Staatenlos. Die Geschichte einer Selbstfindung nach dem Kindertransport 1939 aus Hitlerdeutschland“ statt.

Seit Ursula Krechels Roman "Landgericht" ist Barnetts Lebensgeschichte einer großen Leserschaft bekannt. Der Roman erzählt den Lebensweg der Familie des jüdischen Richters Richard Kornitzer - Vorbild für ihn war der Vater von Ruth Barnett.

Mit Ruth Barnetts Bericht liegt nun die Geschichte auch aus der Sicht der Tochter vor. Unter dem Titel "Person of No Nationality. A Story of Childhood Loss and Recovery" erschienen Barnetts Erinnerungen an ihre Kindheit bereits 2009 in England. Im Dezember 2016 wurde nun erstmals die deutsche Übersetzung in der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig Chambré-Stiftung und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur "Studien und Materialen zur Holocaust- und Lagerliteratur" herausgegeben. Anschaulich erzählt Barnett darin von ihrer schwierigen Existenz als heimat- und staatenloses Mädchen in der Fremde, von ihren Jahren in Heimen und Pflegefamilien. Nach dem Krieg wurde Ruth gegen ihren Willen nach Deutschland zu ihren Eltern zurückgeholt, durfte aber nach England zurückkehren als deutlich wurde, wie unwohl sie sich in Deutschland und bei ihren leiblichen Eltern, von denen sie sich völlig entfremdet hatte, fühlte. Deutschland besuchte sie von da an nur noch in den Ferien.

An diesem Abend wird Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur) - er ist Mitherausgeber des deutschen Buches - im Gespräch mit dem renommierten Zeithistoriker Wolfgang Benz Auskunft über das Schicksal der Autorin und ihres Textes geben.

Einlass ist ab 19 Uhr.

Weitere Informationen finden Sie hier


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